Pressemeldung des Bundesverbandes Bürgerinitiativen gegen Südlink
Bürgerinitiative Fuldatal e. V. gegen Südlink

Lokale Politiker verbreiten Fehlinformationen auf Osthessen News – Von „Erleichterung“ für die Region Fulda kann keine Rede sein

8.3.17 – Nachdem ÜNB TenneT die ersten Vorschläge zu den Erdkabelkorridoren für den SuedLink veröffentlicht hat, ist es äußerst irritierend, dass gerade von politischer Seite die aktuellen Trassenplanungen falsch interpretiert werden. Durch eigennützige und wahrscheinlich schon auf den Bundestagswahlkampf ausgerichtete Äußerungen in der Presse (siehe z. B. MdB Brand auf Osthessen News) werden hier Fehlinformationen verbreitet, die letztendlich die langjährige Arbeit der Bürgerinitiativen konterkarieren.

Zur Klarstellung:

  • TenneT hat einen Trassenvorschlag vorgelegt und keine Vorzugstrasse benannt!

Wer heute von Vorzugstrasse spricht, sorgt für Verwirrung und hat sich nicht mit den Netzplanungsgrundlagen befasst, wonach der ÜNB verpflichtet ist, neben einer Vorschlagstrasse auch eine Alternativtrasse einzureichen. Beide Trassen werden gleichrangig geprüft und bewertet!

  • Nur die Bundesnetzagentur entscheidet nach Prüfung und Offenlegung über den tatsächlichen Verlauf der Trasse!

Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich lediglich um eine Ersteinschätzung der ÜNB. Die Antragsunterlagen sind nach § 6 NABEG ausgearbeitet und so hat z.B. noch keine strategische Umweltprüfung stattgefunden. Viele Raumwiderstände werden zurzeit noch gar nicht berücksichtigt und es ist nach wie vor möglich, im Zuge der Antragskonferenzen Trassenalternativen zu denen der ÜNB einzureichen.

Sollten die politischen Statements der letzten Tage in manchen Regionen dazu führen, dass man sich nun weder ausreichend auf die Antragskonferenzen vorbereitet oder aus angeblicher Nichtbetroffenheit gar nicht mehr daran teilnimmt, ist ein böses Erwachen für viele Bürgerinnen und Bürger garantiert.

Abgesehen davon, dass wir uns vehement gegen das St.Florians-Prinzip stellen, gibt es für niemanden einen Grund zu jubeln. Die Energiewende ist unser übergeordnetes Ziel und dem sollte auch die künftige Netzplanung entsprechen. Im aktuellen Entwurf zum Netzentwicklungsplan 2030 (NEP 2030) sind weder
Sektorenkopplung noch Speichertechniken ausreichend berücksichtigt.

Da sich zusätzlich ÜNB und BNetzA über die Sinnhaftigkeit des Szenariorahmens, der schließlich die
Grundlage des NEP darstellt, nicht einig sind, ist eine seriöse Netzplanung in unseren Augen nicht
möglich und …

….daher lehnen wir diesen konzeptlosen SuedLink weiterhin ab.